Kategorie-Archiv: Upcycling Dienstag

Jeansrock-Anleitung

Aus 2 mach 1: wie man aus zwei alten Jeans einen neuen Rock näht

Heute zeige ich euch meinen heiß geliebten Hummingbird-Rock nach einem Schnittmuster von Cake Patterns, den ich aus zwei alten Jeans gehnäht habe, in Kombination mit einer phantastischen Bluse, die ich im Sonderverkauf bei Thatchers erworben habe (Hier geht’s zu einem Bericht über den Sonderverkauf).

Outfit Hummingbird Jeansrock

In diesem Outfit war ich auf einer Veranstaltung mit lauter „Anzugträgern“ und habe mich gleichzeitig gut angezogen und leicht provokant gefühlt in Jeansrock und knalligem Rot zwischen all dem blau-grau ;-) Alte Jeans sind ein tolles Material und viel zu schade zum Wegwerfen! Hier zeige ich euch nun, wie ich aus zwei abgelegten Hosen meinen vielseitigen Hummingbird-Rock genäht habe.

Outfit mit Hummingbird Rock

Als erstes müsst ihr das Schnittmuster nach euren Maßen abpausen. Bitte achtet darauf, dass ihr als Taillenweite eure natürlich Taille verwendet und nicht die Stelle, wo der Rock sitzen soll. Der Rock sitzt nämlich ohnehin leicht hüftig und wird sonst zu groß. Ratet mal, woher ich das weiß ;-)

Das Hummingbird-Schnittmuster

Das abgepauste Hummingbird-Schnittmuster

Abhängig von eurer Größe und der Größe der vorhandenen Jeans, kann es sein, dass ihr etwas anders zuschneiden müsst, als ich es hier beschreibe. Dafür könnt ihr einzelne Schnittteile zerschneiden, um mit eurem “Stoff” auszukommen. Man kann die hinteren Rockteile (N) noch einmal auseinander schneiden – zum Beispiel senkrecht entlang des Abnähers oder waagerecht, für einen Color-Blocking-Look. Dann nicht vergessen: an beiden Schnittkanten wieder eine Nahtzugabe hinzufügen. Das macht man, indem man ein Stückchen Papier hinter das Schnittmusterteil klebt und die neue Schnittlinie parallel zur Kante einzeichnet, und zwar im Abstand der vorgesehenen Nahtzugabe – hier 12 mm.

Da ich die vorderen Seitenteile aus jeweils einem Stück zuschneiden wollte, habe ich die Schnittmusterteile K und L, das sind das obere und untere seitliche Vorderteil, an den Markierungen aufeinander ausgerichtet und dann mit Klebestreifen fixiert.

Hummingbird-Rock Seitenteile

Diese Markierungen müssen aufeinandertreffen

Dann werden die Jeans vorbereitet, indem man sie vorsichtig zerschneidet. Meine Jeans habe ich entlang der inneren Beinnaht aufgeschnitten und dann entlang des Hosentstalls, um ein flach liegendes Stoffstück zu erhalten. Nun können die Schnittmusterteile platziert werden. Hier muss man etwas rumprobieren und beachten, dass viele Teile zweimal, und das 2. Teil gegengleich, d.h. spiegelverkehrt, zum ersten zugeschnitten werden muss.

Ich wollte die Gesäßtaschen integrieren – und zwar anstelle der Hüftpassentaschen des Seitenteils. Also habe ich die vorderen Seitenteile zuerst zugeschnitten. Das mittlere Rockteil (Schnittteil M) konnte ich tatsächlich im Bruch aus einem gefalteten Jeansbein zuschneiden.

Hummingbird-Vorderansicht

Die Vorderseite mit den integrierten Gesäßtaschen

Die hinteren Rockteile habe ich so zugeschnitten, dass die äußere Beinnaht der Jeans erhalten bleibt – so erhält man ein größeres Stoffstück – und ein Stückchen neben dem Abnäher verläuft. Kleiner Tipp: den Verlauf der Naht auf dem Schnittmuster einzeichnen, und beim Zuschnitt des zweiten Teils wieder auf der Naht ausrichten.

Hummingbird-Rückenansicht

Das Schnittteil mit der eingezeichneten Jeansnaht-Markierung auf dem fertigen Rock

Eventuell kann sogar das alte Bündchen eingesetzt werden, dann brauch man sich um den Verschluss keine Sorgen machen ;-) Mir war es etwas zu weit, weswegen ich es doch lieber neu zugeschnitten habe.

Zum Nähen einfach der Anleitung folgen. Ich habe statt des Nahtreißers allerdings lieber einen normalen Reißverschluss beidseitig verdeckt eingenäht und das Bündchen mit einem Druckknopf befestigt.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Dieser Artikel ist verlinkt mit Meertjes Linksammlung, dem Creadienstag und dem Upcycling-Dienstag.

 

 

Patchwork-Kissen

Mal was Anderes: Patchwork-Kissen

Normalerweise zeige ich auf diesem Blog ja eher selbst genähte Klamotten, oder berichte auch mal von Stoffquellen in Berlin oder Shop-Neuigkeiten. Aber diesmal gibt es etwas Anderes: zwei Patchwork-Kissenhüllen. Genäht habe ich die Kissenhüllen schon im Hochsommer. Da es sich um Überraschungsgeschenke handelt, konnte ich sie nicht früher zeigen. Mittlerweile haben sie aber ihren Bestimmungsort erreicht – hier sind sie also:

Kissen-Collage

Das längliche ist eine “Maßanfertigung” für ein Kissen mit einer eher ungewöhnliche Größe (etwa 54×72 cm). Das Zackenmuster kam sogar ganz ohne Dreiecke aus und folgt einer Anleitung, die ich bei Sinje und ihrer Patchdecke entdeckt hatte. (Die Anleitung ist aber anscheinend mittlerweile aus dem Netz verschwunden, diese hier von Moda Bake Shop ist aber ganz ähnlich). Die Stoffe stammen vom Möbelschweden und vom Markt am Maybachufer.

Zackenkissen

Zackenkissen

Die kleinere Kissenhülle ist mit 53×53 cm auch nicht gerade winzig. Für das Kaleidoskopmuster (inspiriert von Fussy Cuts tollem Kissen) habe ich Reste von anderen Nähprojekten, aber auch abgelegte Klamotten und alte Bettwäsche verarbeitet: der blaue Karostoff war mal ein Minirock, der gelblich-karierte Stoff ein früheres Hemd des Beschenkten – darüber hat er sich ganz besonders gefreut!

Kaleidoskop-Kissen

Kaleidoskop-Kissen

Für die Rückseite war “orange” gewünscht. Das war für mich schon eine Herausforderung, da einen schönen Stoff zu finden: orange ist einfach so gar nicht meine Farbe! Aber dieses Muster fand ich doch ganz witzig. Als Verschluss habe ich für beide Kissenhüllen einen Reißverschluss gewählt.

Rückseite vom Patchwork-Kissen

Der Rückseitenstoff

Verlinkt mit: Creadienstag, Upcycling-Dienstag und Meertjes Linksammlung.